Ein weibliches Gesicht zeichnen – Schritt für Schritt

Welcome lovely drawers and drawerinas, heute lernen wir, wie man ein Frauen-Gesicht zeichnet. Das weibliche Gesicht kann bekanntlich ein wunderschöner Anblick sein. Es ist und bleibt deshalb auch eines meiner eigenen favorites. Natürlich sehen alle Gesichter etwas unterschiedlich aus, je nach Herkunft, Alter, Anzahl der Ohren usw. Ganz zu schweigen von der Stilistik des jeweiligen Künstlers. Manchmal sieht sogar dasselbe Gesicht am Morgen ganz anders aus als am Abend.

In dieser Step-by-step-Anleitung lernen wir daher einige grundsätzliche Richtlinien, wie sie Portrait-und Karikatur-Zeichner, und Comic- und Anime-Künstler auf der ganzen Welt seit vielen Jahren beim Portrait zeichnen anwenden. Selbstverständlich sind das alles keine zwingenden Regeln und jeder Künstler sollte sie seinem eigenen Stil anpassen und uminterpretieren dürfen. Aber gerade bei einer so herausfordernden Aufgabe wie dem Gesicht einer Frau zeichnen kann es ungemein sinnvoll sein, bestimmte hilfreiche Vorgänge zu verinnerlichen.

Wir werden also in diesem Kurs step by step ein Frauen-Gesicht aus unserer Phantasie heraus zeichnen und anhand dieser Zeichnung einige Tricks und Techniken kennen lernen. Wir beginnen mit der Konstruktion der Kopfform. Anschließend erarbeiten wir, basierend auf dieser Vorzeichnung, die Details. Und schließlich geben wir dem Gesicht noch ein wenig Feinschliff und ein bisschen Farbe. Ich hoffe, dass euch der Kurs inspiriert und Spaß macht, und dass ihr die eine oder andere Vorgehensweise für euch nutzen könnt.

Der Kurs richtet sich vor allem an beginnende Künstler, aber mit Sicherheit kann auch ein erfahrener Zeichner hier etwas mitnehmen. Ich gehe außerdem immer wieder speziell auf den Workflow am Computer und Grafik-Tablet und die Vorteile digitaler Geräte ein. Man kann dem Kurs aber auch genauso gut mit Stift und Papier folgen.

Ich wünsche Dir viel Vergnügen beim Mitzeichnen und großartige gestalterische Ergebnisse.

Inhalt

Ein weibliches Gesicht zeichnen Kapitel A:
Geometrische Formen

01 Der Kreis mit dem alles beginnt

Zuerst fertigen wir eine kleine Konstruktionszeichnung an. Mit Hilfe einiger einfacher Grundformen lassen sich sehr gut die Kopfform und die Positionen von Augen, Nase und Mund bestimmen.

Wir beginnen mit einem Kreis. Einen Kreis zu zeichnen ist nicht das Leichteste. Wenn es dir nicht gleich gelingt, und dein Kreis aussieht wie eine kubistische Kartoffel, dann versuch mal, dein Handgelenk zu fixieren und zeichne den Kreis aus der Drehung deines Unterarmes heraus. Du kannst dich auch - wie ich - mit mehreren schnellen Strichen an die Kreisform herantasten. Mach dir keine Gedanken, wenn deine Konstruktionszeichnung nicht besonders schön aussieht. Man wird sie am Ende gar nicht mehr sehen.

02 Die Mittelachse

Jetzt zeichnen wir eine gerade Linie in der Mitte des Kreises. Sie sollte nach unten etwas überstehen. Ich nenne sie "Mittelachse", denn links und rechts von ihr sollte alles mehr oder weniger symmetrisch sein, wie es in Gesichtern halt so ist.

03 Vertikale Hilfslinien

Zeit für ein paar Guidelines: Wir halbieren den Kreis der Höhe nach einmal quer mit einer Linie. Diese halbe Kreishöhe übertragen wir nach unten an die verlängerte Mittelachse.

Innerhalb des Kreises halbieren wir jede Hälfte noch einmal mit zwei kleinen Strichen. Damit haben wir den Kreis der Höhe nach in vier Teile geteilt und unten noch eine halbe Kreishöhe zusätzlich angebaut.

04 Noch ein Kreis

Jetzt benötigen wir noch einen kleineren Kreis. Keine Angst, gleich ist die Konstruktion des Frauen-Gesichts fertig.Der kleine Kreis reicht vom dritten Unterteilungsstrich bis ganz unten. Er ist also ¾ so groß wie der große Kreis. Den Mittelpunkt des kleineren Kreises markieren wir uns auch.

05 Die Wangen

Die Konstruktion des Gesichts ist fertig. Jetzt ist es an der Zeit zu zeichnen.Wir können jetzt den Doppelkreis notdürftig zu einer Form verbinden, damit wir auch wissen, dass es sich um ein Gesicht handeln soll und nicht um zwei Kreise.Beim Verbinden der Kreise hilft es, sich klarzumachen, dass es sich dabei um den Schädel und den Unterkieferknochen handelt. Die Verbindungsstriche sind weniger hart, weil sich hier keine Knochen befinden.

Je nachdem wie gut genährt die Wangen unseres Frauen-Gesichtes später aussehen sollen, verlaufen die Verbindungslinien eher gerade oder zeigen weiter nach außen. Wenn es sich um ein sehr schmales Gesicht handeln soll, können die Wangen auch nach innen einfallen. Das könnte aber sehr hungrig aussehen.

06 Vertikale Positionierung

Wie gut, dass wir so tapfer konstruiert haben. Jetzt wissen wir nämlich genau, wo sich was befinden soll:

Am obersten Viertelstrich befindet sich der Haaransatz der Frau.

Den Kreismittelstrich - na gut, den hätten wir uns vielleicht auch sparen können. Aber erfahrene Zeichner wissen: Wer vierteln will muss erst halbieren.

Der nächste Strich ist für die Augen. Ja die sind tatsächlich so tief.Nämlich genau auf halber Höhe des Gesichtes.

Die Nase endet genau an der Unterkante unseres ersten Kreises.

Und der Mittelpunkt des kleinen Kreises, dahin kommt der Mund.

07 Horizontale Unterteilung

Damit Augen und Mund nicht zu breit oder zu schmal werden, unterteilen wir das Frauen-Gesicht noch einmal der Breite nach. Wir halbieren jede Seite und halbieren diese Hälften noch einmal. Damit haben wir insgesamt acht gleich breite Teile.

Das linke Auge reicht nun vom zweiten bis zum vierten Unterteilungsstrich. Die Pupillen sind genau in der Mitte der Augen, also am dritten Unterteilungsstrich, genau in der Mitte der Gesichtshälfte.

Der Mund ist in etwa so breit wie der Abstand zwischen den Pupillen.Wir zeichnen ein Augenpaar, einen Mund und einen kleinen u-förmigen Strich für die Nase. Das muss immer noch nicht besonders schön sein. Wichtig ist nur, dass wir die Eckpunkte klar definieren.

08 Die Kopfform

Da wir jetzt wissen wo sich Augen, Mund und Nase befinden, können wir schon mal ein paar der Hilfslinien entfernen. Die für den Haaransatz sollten wir allerdings behalten, wir brauchen sie ganz am Ende noch einmal. Außerdem können wir jetzt, da wir das Gesicht der Frau zum ersten Mal sehen, die Kopfform etwas nachbearbeiten.Bei einem weiblichen Gesicht ist die Kopfform viel weicher und weniger kantig als bei einem männlichen Gesicht. Die Outlines der Kopfform sollten deshalb in möglichst sanften Schwüngen gezogen werden.

Wir beginnen mit einem u-förmigen Bogen am Kinn. Versuche, das Kinn möglichst symmetrisch zu zeichnen. Je schmaler das Kinn, desto weiblicher wird das gezeichnete Gesicht aussehen. Wenn das Kinn aber zu schmal ist, kann es passieren, dass wir versehentlich ein Alien zeichnen.

Wenn wir mit dem Kinn zufrieden sind, starten wir mit einem neuen Strich oben an der Stirn und fahren zunächst den Kreis aus unserer Vorzeichnung ab. Auf Höhe der Augen macht unsere Kopfform eine kaum merkliche Wölbung nach innen. Hier angekommen schwingen wir uns elegant um die Wange und beinahe in einer geraden Linie Richtung Kinn, wo unsere Linien zusammentreffen.

09 Gemütszustand

Nun können wir uns für den Gemütszustand unseres Frauen-Gesichtes entscheiden. Der ist in erster Linie davon abhängig, ob die Augenbrauen und der Mund nach oben oder nach unten zeigen.Ich habe mich für ein zufriedenes, gut gelauntes Gesicht entschieden. Der Mund zeigt leicht nach oben, die Augenbrauen verlaufen relativ neutral.

10 Das Ende der Vorzeichnung

Unsere Vorzeichnung ist beendet.Ich habe hier noch die Bereiche für die Augenbrauen angedeutet und die Lippen etwas vorskizziert.Aber keine Angst, wir gehen gleich auf alle Details genauer ein.

Ein weibliches Gesicht zeichnen
Kapitel B: Details des Gesichts

Im nächsten Kapitel kümmern wir uns um die Details des Gesichts.

11 Ein Frauen-Gesicht zeichnen KAPITEL 2

Im nächsten Kapitel werden wir uns um die Details für unser Gesicht kümmern. Ich habe meine Vorzeichnung als eine eigene Ebene in den Hintergrund gelegt und etwas heller gemacht, so dass sie mich nicht stört, aber doch so sichtbar ist, dass ich mich beim Ausarbeiten daran orientieren kann.

12 Das obere Augenlid

Die Form des oberen Augenlids ist von Mensch zu Mensch verschieden. Schon kleine Unterschiede haben große Wirkung auf das Erscheinungsbild eines Gesichtes. Aber grundsätzlich beschreibt das obere Augenlid (insbesondere das weibliche) eine Kurve die von außen her relativ stark ansteigt und dann etwas schwächer wieder abfällt. Am leichtesten gelingt dieser Schwung, wenn wir von außen starten.

13 Das untere Augenlid und die Pupille

Das untere Augenlid beschreibt einen etwas flacheren Bogen als das obere. Es beginnt nicht direkt am äußeren Endpunkt des oberen Lids, sondern lässt das obere Lid etwas überstehen. Außerdem kann sich das untere Lid sowohl außen als auch innen ganz dezent nach oben wölben. Bei einem lachenden Menschen ist diese äußere Wölbung besonders ausgeprägt, weil die Lachmuskeln die äußeren Ränder der Augen nach oben drücken.

Je nachdem wie wichtig uns diese Charakteristik ist können wir diese Linie auch mehrmals ansetzen.

Die Pupille platzieren wir so, dass sie am oberen Lid anliegt. Das erzeugt den Effekt, dass uns das Auge direkt ansieht.

14 Iris und obere Lidfalte

Die obere Lidfalte ist die romantischste Falte des Gesichts. Übertrieben hohe Lidfalten erzeugen den allseits bekannten Schlafzimmerblick, Lidfalten die das obere Lid an bestimmten Stellen berühren, erzeugen unterschiedliche Effekte. Es lohnt sich, mit der oberen Lidfalte zu experimentieren, sie kann ganz verschiedene Stimmungen ausdrücken.

Die klassische Lidfalte im Ruhezustand des Auges verläuft, wie hier in unserer Zeichnung, ziemlich parallel zum oberen Augenlid. Da wir es gewohnt sind, dass in der Natur nie etwas exakt parallel verläuft, entfernt sich in meiner Zeichnung die Lidfalte zur Strichmitte hin etwas vom Lid und nähert sich zur Gesichtsmitte hin wieder an.

Die Iris ist geometrisch gesprochen ein zur Pupille konzentrischer Kreis. Sie ist in etwa halb so breit wie die Gesamtfläche des Auges. Natürlich zeichnen wir keinen ganzen Kreis, denn oben und unten wird die Iris von den Augenlidern verdeckt. Manchmal fällt es auch leichter, für die Iris erst einen kompletten Kreis zu zeichnen, und was davon über die Lider ragt zu entfernen.

15 Die Augenbraue

Für die Augenbraue skizziere ich mir eine Fläche vor, die ich danach mit Haaren fülle. Diese Fläche verläuft nach außen eher spitz. Weibliche Augenbrauen sind tendenziell etwas schmaler als die von Männern und können steiler ansteigen, was dann aber auch sehr streng wirken kann.

Die Haare der Augenbrauen beginnen innen im 45-Grad-Winkel und werden nach außen hin flacher. Am besten zeichnen sich die Haare mit vielen schnellen Strichen, indem man innen beginnt und jedes Haar in einem leicht versetzten Winkel zeichnet.

Haare, die am Ende über die Fläche zu sehr hinausragen kann man glücklicherweise im digitalen Zeitalter mit einem Tablet mit Stift ganz leicht wegradieren.

16 Noch ein Auge

Das digitale Zeitalter hat uns auch die Möglichkeit eröffnet, Dinge zu kopieren und sogar zu spiegeln. Allerdings gab es Augen und Gesichter schon lange vor dem digitalen Zeitalter. Und niemals sehen zwei Augen ganz genau identisch aus. Dabei ist es egal, welches Gesicht du zeichnest. Frau und Mann sind da gleich.

17 Textur der Iris

Das Auge und insbesondere die Iris haben eine komplexe Struktur aus vielen feinen Formen und Farben. Wir können uns diesem Aussehen zeichnerisch ein wenig nähern, indem wir viele schnelle, abwechselnd schwarze und weiße, feine Striche von der Pupille zum Rand der Iris zeichnen. Aber natürlich kann man die Iris auch später flächig mit einer bestimmten Farbe füllen, oder anderweitig mehr oder weniger aufwendig kolorieren.

18 Lichtreflexion für das Auge

Den letzten Schliff verleiht dem Auge eine Lichtreflexion. Das kann ein einfacher weißer Punkt sein, oder mehrere oder auch ein Fenster oder sogar eine ganze Landschaft. Einen angenehmen und einfachen Effekt erzielt man mit einer simplen Form, die nicht zu viel vom Auge verdeckt. Wir wollen nicht das ganze Auge beleuchten. Weniger ist mehr.

19 Der Mund

Der Mund ist keine sanft auslaufende Linie. Die Mundwinkel, also die Aussenkanten dieses Strichs sollten definiert sein mit etwas mehr Druck oder auch mit kleinen Mundwinkelfalten. Besonders beim weiblichen Mund ist ein typisches Merkmal die kleine Wölbung der Mundfalte in der Mitte.

Ich habe den Mund etwas schmaler gestaltet als in der Vorzeichnung, weil es mir stimmiger erschien.

Vergiss nicht, immer wieder deine Zeichnung im Ganzen zu betrachten und zu überprüfen ob alles an seinem Platz ist. Vielleicht möchtest du etwas ändern? Was gefällt dir noch nicht?

20 Die Oberlippe

Auch in der Fülle und dem Schwung der Lippen unterscheiden sich Männer- und Frauengesichter. Die Oberlippe beginnen wir möglichst symmetrisch mit zwei leicht aufsteigenden, schnell gezogenen Strichen

von den Mundwinkeln Richtung Mitte. Im zweiten Schritt lassen wir die beiden Striche mit zwei steilen Kurven in ein V übergehen.

21 Die Unterlippe

Die Unterlippe kann etwas dicker sein als die Oberlippe, aber das ist kein Muss. Die Linie darf zur Mitte hin etwas flacher werden.

Eine Gefahr beim Zeichnen der Unterlippe besteht darin, dass der Mund am Ende aussieht wie ein Aufkleber, der auf das Gesicht geklebt wurde. Um das zu verhindern wenden wir einen kleinen zeichnerischen Trick an, und lassen die Unterlippenlinie nicht an die Mundwinkel angrenzen, sondern sanft auslaufen und lediglich in Richtung Mundwinkel zeigen.

22 Die Nasenspitze

Die Nase ragt bekanntlich am weitesten aus dem menschlichen Gesicht hervor. Das mag im Profil etwas einfacher zu zeichnen sein, bei einer Frontalansicht stellt es uns aber vor gewisse Schwierigkeiten. Denn wir haben ja nur zwei Dimensionen zur Verfügung. Deshalb müssen wir mit einer so genannten perspektivischen Verkürzung arbeiten, was gerade für Anfänger eine Herausforderung sein kann. Aber wir umgehen all diese Probleme mit einer simplen Lösung und wenden hier eine recht einfache Formel für die weibliche Nase an: Die Nasenspitze selbst zeichnen wir als kleinen, horizontalen, leicht aufwärts gerichteten Strich. Auf beiden Seiten der Nasenspitze fahren fort wir mit leicht nach außen gebogenen Strichen.

23 Die Nasenflügel

Die Nasenflügel liegen sehr nahe an den zuvor gezeichneten Außenseiten der Nasenspitze an. Sie sind am unteren Ende beinahe horizontal und zeigen am oberen Ende in etwa Richtung gegenüberliegende Augeninnenfalte.

Hier sollten wir das gezeichnete Frauen-Gesicht im Ganzen erneut aufmerksam begutachten. Ist die Nase zu groß oder zu klein? Zu breit? Zu schmal? Du kannst die Nase so lange ändern bis du zufrieden bist. Die meisten Grafikprogramme können dir hier auch mit dem “Transformieren”-Werkzeug weiterhelfen.

24 Die Kopfform anpassen

Da wir nun alle wichtigen Bestandteile des Gesichtes gezeichnet haben empfiehlt es sich, ein letztes Mal die Kopfform anzupassen. Im Prinzip können wir die Kopfform aus der Vorzeichnung ziemlich genau so auf die Reinzeichnung übertragen. Aber vielleicht fällt uns beim Konturieren der Linien noch die eine oder andere Stelle auf, die wir gerne leicht abändern wollen.

25 Zwei Linien

Unter vielen möglichen Schatten und Falten, die in so einem Frauen-Gesicht gezeichnet sein können habe ich zwei ausgewählt, die ich selbst gerne betone, insbesondere bei weiblichen Gesichtern.Zum einen die Kinnfalte unter der Unterlippe.

Sie definiert das Kinn und verbreitert optisch die Mundpartie.

Zum anderen den Wangenschatten (hier nur links). Dies ist ein typisch weibliches Gesichtsmerkmal. Es braucht meist ein paar Anläufe, bis der Wangenschatten da ist, wo er sein soll, sodass das Gesicht nicht zu knochig oder zu grinsend aussieht.

26 Zwei Kästchen

Ein letztes Mal geht es darum eine Position zu bestimmen. Die Ohren reichen der Höhe nach ziemlich genau von den Augen bis zur Nasenspitze. Da wir das Gesicht der Frau von vorne sehen, sind die Ohren natürlich nicht rund, sondern nach außen hin fast flach. Es reicht fürs erste, wenn wir zwei schmale Kästchen zeichnen, die zueinander leicht v-förmig zulaufen.

27 Die Ohren

Einer der großen Vorteile am weiblichen Gesicht ist es, dass meistens viel Haar die Ohren verdecken, und wir sie deshalb vielleicht gar nicht zeichnen müssen. Das Ohr ist ein ziemlich kompliziertes Gebilde mit vielen Winkeln, Falten und Schatten und sollte wahrscheinlich in einem eigenen Kurs genauer beschrieben werden.

Ich habe daher im Bild angedeutet, wie man ein etwas abstrahiertes Ohr in drei einfachen Schritten zeichnen kann. Die beiden Kästchen helfen uns dabei.

Im nächsten Kapitel wird unser Frauen-Gesicht Haare gezeichnet bekommen und den letzten Feinschliff inklusive ein bisschen Farbe.

Ein weibliches Gesicht zeichnen Kapitel C:
Haare und Feinschliff

28 Das Haar

Hoffentlich haben wir die kleine Hilfslinie für den Haaransatz inzwischen nicht wegradiert. Wenn doch, halb so wild. Vieles lässt sich auch nach Gefühl und mit guter Beobachtung positionieren.

Auch die Haare sind wie die Ohren eine kleine Wissenschaft für sich und benötigen im Grunde ein eigenes Tutorial. Ich beschränke mich hier auch auf ein paar wenige Linien, die die Frisur dieser Frau definieren werden.

Wir beginnen mit einer groben Vorzeichnung von Scheitel und Außenkanten der Frisur. Am besten zeichnen wir das auf einer separaten Ebene, damit wir später die Vorzeichnung der Haare einfach ausblenden können. Die Linie für den Scheitel verläuft von der Haaransatz-Hilfslinie - hier etwas rechts der Mitte – in einem möglichst eleganten Schwung nach oben. Vom Scheitel aus fallen auf beiden Seiten die Haare hinab Richtung Ohren. Je nachdem wie locker die Frisur aussehen soll, können auch mehrere nebeneinander verlaufende Linien die Frisur begrenzen.

29 Der Hals

An der Unterseite der Ohren kommen die Haare wieder zum Vorschein und fallen in mehreren zügigen Strichen frei nach unten. Bei dieser Gelegenheit können wir auch den Hals andeuten.

Vielleicht fallen dir beim Zeichnen der Haarlinien bestimmte Schwünge, Locken oder Bereiche auf die dir gefallen. Geh noch nicht zu sehr ins Detail.

30 Fallrichtung des Haares

In diesem Schritt geht es nicht darum, langsame vorsichtige Linien zu ziehen, sondern zügig und schwungvoll die Haare zu zeichnen. Wir zeichnen natürlich nicht jedes einzelne Haar, sondern vielmehr studieren wir die Fallrichtung des Haares an den verschiedenen Stellen, um sie später mit wenigen klaren Strichen definieren zu können. Haare wachsen in Büscheln und innerhalb dieser Büschel wachsen und fallen sie alle in ähnlicher Richtung, nicht kreuz und quer. Ich habe im Bild mehrere Haarbüschel und Frisur-Bereiche ganz willkürlich entstehen lassen. Hier sind deiner Phantasie eigentlich keine Grenzen gesetzt. Die Haare sind immer der unterhaltsame Teil.

31 Reinzeichnung des Haares

Wenn sich die Hand an die schnellen Bewegungen, Linien und Kurven der Haarstriche gewöhnt hat, fällt es viel leichter, eine klare schwungvolle Frisur für unser Frauen-Gesicht zu zeichnen. Für die Reinzeichnung der Haare empfiehlt es sich, wieder eine eigene Ebene zu verwenden, hier können wir uns an der vorgezeichneten Frisur orientieren und diese später wie schon erwähnt einfach ausblenden. Außerdem können wir notfalls zu lang geratene, ins Gesicht ragende Haare einfach wegradieren ohne das Gesicht selbst zu beschädigen.Es lohnt sich bei der Reinzeichnung der Frisur mit verschiedenen Strichstärken und Deckgraden zu experimentieren. In unserem Bild habe ich die einzelnen Strähnen mit einem dunkleren Strich betont, während innerhalb der Strähnen die angedeuteten Unterteilungsstriche viel heller sind und damit weniger ins Gewicht fallen. Das A und O beim Zeichnen von Haaren ist nach wie vor die Strichgeschwindigkeit. Und glücklicherweise lässt sich beim digitalen Zeichnen jeder schwungvoll gezogene unperfekte Strich so oft rückgängig machen, bis er schließlich passt.

32 Optionale Detailarbeit

Selbstverständlich sind die Möglichkeiten der Detailarbeit nahezu unbegrenzt. Hier ein paar Beispiele die Spaß machen können:

• Im Auge noch einen weiteren Lichtpunkt einfügen.

• Die Lippen mit derselben Technik wie die Iris texturieren.

• An der Unterseite der Nasenflügel einen dezenten Schatten einfügen.

33 Bonus: Ein bisschen Farbe zum Schluss

Ich hoffe du hattest Spaß und konntest hier ein paar hilfreiche Tipps für deine zukünftigen Zeichnungen von Gesichtern entdecken. Natürlich kann man in keinem Kurs alle Aspekte eines Themas beleuchten.

Wir werden mit Sicherheit in kommenden Kursen auf einzelne Details und Varianten genauer eingehen, wie: Ein Gesicht aus anderen Perspektiven zeichnen, Gesichter unterschiedlichen Alters, Haare – Nase - Ohren im Detail, kolorieren von Gesichtern, andere Körperteile, Hände - Füße – Corpus, das männliche Gesicht usw.

Dieser Kurs soll lediglich eine solide Basis bieten auf der jeder angehende Gesichter-Zeichner gut aufbauen kann. Wie in jeder Kunstform hängen die Ergebnisse natürlich stark von regelmäßiger Übung ab. Sei nicht frustriert, wenn dir deine ersten Zeichnungen noch nicht super gefallen. Du wirst mit jedem Bild besser werden. Bleib dran, lass dich inspirieren und hab Spaß dabei.

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